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Das Herz

Aus Oliver Korsch



ONE WORLD









Das Herz - unser zweites Gehirn | Sein Redaktion



Bild:Herz 08.jpg




Man sieht nur mit dem Herzen gut, sagte der kleine Prinz.

Und das stimmt. Jetzt wissen wir sogar: Man denkt nur mit dem Herzen gut.
Denn die ganze Geschichte von "aus dem Kopf ins Herz" ist tatsächlich weit
mehr als nur eine esoterische Metapher.
Jüngere Forschungen rund ums menschliche Herz fördern atemberaubende
Entdeckungen zutage und legen nahe, dass Bewusstsein womöglich eine
gemeinsame Leistung von Herz und Gehirn sein könnte.



Wusstest Du zum Beispiel, dass im Herzen eine neuronale Struktur angelegt ist, die der in unserem Gehirn ähnelt?
Dass das Herz unsere Gehirnfunktionen beeinflusst?
Dass vom Herz ein Magnetfeld ausgeht, dass 500-5000 Mal stärker ist als das
unseres Gehirns? Ein Magnetfeld, welches das Nervensystem anderer Menschen
beeinflusst und noch mehrere Meter vom Körper entfernt messbar ist?



Überrascht? Eigentlich merkwürdig, schließlich gilt das Herz in vielen
Weisheitstraditionen seit Hunderten von Jahren als das Zentrum von Emotion,
Intuition, Weisheit, Leidenschaft und Liebe. Als wichtiges spirituelles
Zentrum und Tor zum wahren Selbst. Millionen Menschen berichten,
dass sie bestimmte Gefühle in der Gegend des Herzens wahrnehmen.
Aber jahrelang schien man uns zu erzählen: Da ist nichts!



Nun hat die Wissenschaft endlich aufgeholt. Neue Studien zeigen nicht nur,
dass unser Herz selbst eine Art von Gehirn ist, sondern erklären sogar,
wie es mit dem Gehirn kommuniziert und wie es unsere Wahrnehmung
und Emotionen beeinflusst.
Und sie geben einen verblüffenden Einblick in die wahre Macht unseres
Herzens in unseren Beziehungen.



Das Gehirn in unserem Herzen

Für die Medizin war das Herz lange Zeit so ungefähr das organische
Äquivalent zur Gartenteichpumpe: Es drückt halt das Blut durch den Körper
und wenn es kaputt ist, wird es ausgetauscht.
Einige Forscher behaupten nun aber: Das Herz ist auch ein sensibles
Sinnesorgan, ein hoch entwickeltes Sinneszentrum,
dass eine Fülle an Informationen empfängt und verarbeitet.
Das Herz scheint buchstäblich ein zweites Gehirn zu sein.
Denn zum Erstaunen vieler Forscher enthält das hoch komplexe Nervensystem
des Herzens etwa 40.000 Neuronen, die ein eigenständiges und vom Gehirn
und unserem autonomen Nervensystem unabhängig agierendes Netzwerk bilden,
dass jedoch über vielfältige Wege in Kommunikation mit unserem Kopf-Gehirn steht.
Über unterschiedliche afferente Nerven sendet das Herz fortwährend
Informationen an das Kopf-Gehirn und beeinflusst dadurch unsere
Wahrnehmungen und mentalen Vorgänge.
Die Nervenbahnen aus dem Herzen erreichen das Kopf-Gehirn an der Medulla,
laufen dann weiter bis in die höheren Zentren im Gehirn und haben offenbar
großen Einfluss auf die Amygdala - ein wichtiges Zentrum für Instinkte,
Emotionen und Angst.

Interessant ist dabei, dass das Herz-Gehirn offenbar völlig
eigenständig "denkt" - unabhängig von Gehirn und Nervensystem.
"Das Nervensystem im Herzen (das Herz-Gehirn) ermöglicht es dem Herzen
unabhängig von der Großhirnrinde zu lernen, zu erinnern und Entscheidungen
zu treffen. Außerdem haben zahlreiche Experimente demonstriert, dass die
Signale, die das Herz ununterbrochen zum Gehirn sendet, die höheren
Gehirnfunktionen, die mit Wahrnehmung, Kognition und der Verarbeitung von
Emotionen befasst sind, maßgeblich beeinflusst", berichtet Rollin McCraty,
Ph.D., vom Institute of Heart Math.



Bild:Herz-feld.jpg

Das Magnetfeld des Herzens

Eine noch viel erstaunlichere Entdeckung der Forscher
am Institute of Heart Math ist aber das ungeheure Magnetfeld des Herzens:
Die elektrische Komponente dieses Feldes ist etwa 60-mal stärker als die
des Gehirns, die magnetische sogar bis zu 5000-mal und kann noch mehrere
Meter vom Körper entfernt gemessen werden.
Dieses Herz-Feld pulsiert und sendet komplexe rhythmische Muster durch den
ganzen Körper, wodurch es offenbar eine Vielzahl von Prozessen beeinflusst
- auch unser Gehirn synchronisiert sich immer wieder auf diesen
elektromagnetischen Puls. In Entspannung und Freude synchronisieren sich
auch Atem und Blutdruck. Das Herz-Feld könnte damit das synchronisierende
Signal für den ganzen Körper bereitstellen, auf dass wir uns bewusst
einstimmen können, um sozusagen in Harmonie mit dem Herzen zu schwingen.
Wenig überraschend ist es da, wenn die Forscher am Institue of Heart Math
berichten, dass negative Emotionen ein sehr gestörtes rhythmisches Muster
hervorrufen, während, Liebe, Freude und andere positive Emotionen sehr
harmonische und gleichmäßige Felder erzeugen, wie man anhand von einer
Spektralanalyse des Herz-Feldes nachweisen konnte.



Herzverbindung - die Synchronisation der Herzen

Welche Bedeutung hat das für unsere Beziehungen? Schließlich wurde nun
schon mehrfach nachgewiesen, dass sich auch die Gehirne von Menschen
während eines tiefen Gesprächs soweit synchronisieren, bis die Gehirnwellen
völlig identische und deckungsgleiche Muster aufweisen. McCraty und sein
Team haben diese Forschung nun erweitert und glauben, dass das Herz in
diesem Prozess eine wichtige Rolle spielen könnte.
"Experimente am Institute of HeartMath haben bemerkenswerte Hinweise darauf
geliefert, dass das elektromagnetische Feld des Herzen Informationen
zwischen Menschen übertragen kann. Wir konnten einen Austausch von
Herz-Energie zwischen Individuen messen, die bis zu 1,5 Meter voneinander
entfernt waren.
Die Ergebnisse dieser Versuche haben uns veranlasst zu folgern, dass das
Nervensystem als eine Art "Antenne" fungiert, die auf die
elektromagnetischen Felder eingestimmt ist, die von den Herzen anderer
Individuen erzeugt werden und auf diese reagiert. Wir glauben, diese
Fähigkeit zum Austausch von energetischen Informationen ist eine angeborene
Fähigkeit, welche das Gewahrsein erhöht und wichtige Aspekte wahrer
Empathie und Sensibilität für andere vermittelt."



Das Herz als Hormondrüse

Aber auch ganz biologisch tut das Herz weit mehr, als nur zu pumpen: In den
achtziger Jahren wurde das Herz erstmals als eine Hormondrüse
klassifiziert.
Im Nervensystem des Herzens werden genau wie im Gehirn verschiedene
Neurotransmitter und Hormone ausgeschüttet, die Einfluss auf den ganzen
Körper haben. Noradrenalin, Dopamin und Oxytocin sind die wichtigsten
dieser Hormone, wobei Oxytocin vor allem deshalb interessant ist, weil es
als das "Liebes-Hormon" gilt, das maßgeblich Mutterliebe, Verbundenheit,
Toleranz, Verständnis und soziales Verhalten beeinflusst.



Vom Kopf ins Herz

Hat der kleine Prinz also tatsächlich recht? Und nebenbei auch all die
Indianer, weisen Männer und Frauen, Meister und Gurus, die uns seit
Hunderten von Jahren raten, dem Herz zu folgen. Zumindest kommen wir
scheinbar dem Mysterium des Herzens immer näher, jenem Ort, der so nah sein
soll bei Gott, der die Welt mit dem Absoluten verbindet und die Erde mit
dem Himmel.
"Das ganze Universum ist im Körper enthalten, der ganze Körper im Herzen.
So ist das Herz der Kern des ganzen Universums."(Ramana Maharshi)



entnommen aus:

Das Herz - unser zweites Gehirn | Sein Redaktion

https://www.sein.de/das-herz-unser-zweites-gehirn/







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